
Liebe Schwestern und Brüder,
die Christen sollen in der Menschheit das sein, was der Mond in der Natur ist, schreibt der Theologe Origenes im 3. Jahrhundert. Bis heute ist dieser Gedanke interessant für jeden, der an Jesus glaubt. Der Mond leuchtet nicht selbst, sondern strahlt das Licht der Sonne ab, damit die Nacht nicht stockfinster ist. Zudem ändert der Mond stets sein Aussehen: vom Neumond zum Vollmond und wieder zurück.
Ganz ähnlich verhält es sich mit den Christen, die ihren Glauben verantwortungsvoll leben, schreibt Origenes: Sie machen das Dunkel ihrer Welt heller, indem sie Traurige trösten, für Hilfsbedürftige ein weites Herz haben oder Verzweifelten neue Hoffnung schenken. Sie sind sich bewusst, dass sie dies nicht aus eigener Kraft tun, sondern im Auftrag Gottes; er hat ihnen ihre Fähigkeiten gegeben, um mit ihnen vielfältig Gutes zu bewirken.
Wie der Mond sein Aussehen verändert, sollen die Christen zu Veränderungen bereit sein – je nachdem, was in ihrer Welt vorgeht: Sie sollen aufmerksam wahrnehmen, was ihre Mitmenschen wirklich von ihnen brauchen, und es ihnen großzügig geben.
Papst Franziskus hat, bezugnehmend auf Origenes, vom „Geheimnis des Mondes“ geschrieben: Wenn die Christen nicht um sich selbst kreisen, sondern Gott als gemeinsamen Mittelpunkt haben, und wenn sie sein Licht in die Welt strahlen, haben sie Zukunft. Da bin ich beim Blick in unsere Pfarreien sehr zuversichtlich!
Herzliche Grüße,
euer / Ihr Pfarrer Matthias Blaha